Subprojekt 4

Hirnelektrische und kardiovaskuläre Indikatoren der Emotionsregulation als Prädiktoren des (Nicht)-Ansprechens auf kognitive Verhaltenstherapie bei Patient:innen mit internalisierenden Störungen

Emotionsregulation spielt eine zentrale Rolle in Modellen psychischer Störungen und deren Veränderung durch Psychotherapie. Implizit-automatische emotionale Reaktivität und explizit-kontrollierte Regulation von Emotionen durch Umbewertung werden in diesem Subprojekt der Forschergruppe durch validierte psychophysiologische Messgrößen operationalisiert und auf ihren prädiktiven Wert für Ansprechen bzw. Nichtansprechen auf kognitive Verhaltenstherapie (KVT) bei Patient:innen des transdiagnostischen internalisierenden Spektrums untersucht. Elektroenzephalografische (EEG)-Messgrößen umfassen die Amplitude des Späten Positiven Potenzials (Late Positive Potential, LPP) und die Asymmetrie der frontalen Alpha-Band Power nach Bildreizen unterschiedlichen emotionalen Inhalts. Synchron dazu werden mittels Elektrokardiografie (EKG) Herzratenvariabilität und Herzfrequenz bestimmt. Alle Messungen erfolgen jeweils unter 1) Ruhebedingungen, 2) während passiver Betrachtung der Bilder (emotionale Reaktivität), und 3) während instruierter Emotionsregulation mittels Umbewertung. Größere LPP-Amplituden, eine relative Rechtsverschiebung der frontalen Hirnaktivität, und eine niedrigere Herzratenvariabilität nach negativen Bildern werden als Hinweise auf verringerte Emotionsregulation und adaptive Kapazität betrachtet, die eine schlechtere Therapieprognose bei Patient:innen erwarten lassen. Die in diesem Subprojekt gemessenen Indikatoren ergänzen Informationen, die in anderen Subprojekten der Forschungsgruppe zur Emotionsregulation von Patient:innen gewonnen werden (fragebogenbasiert: SP5 und SP6, ökologische ambulante Erfassung, EMA: SP6, funktionell-kernspintomografisch: SP3, SP7 und SP8). Die Vorhersagekraft der Qualität der Emotionsregulation für das (Nicht)-Ansprechen auf Therapie wird auf Messebene durch einzelne Indikatoren, aber auch auf Konstruktebene mittels abzuleitender latenter Variablen geprüft. Dies wird sowohl in linearen Modellen (regressionsanalytisch) als auch mittels Algorithmen des maschinellen Lernens (SP2) realisiert. Die Messebene der Psychophysiologie (EEG und EKG) erlaubt einen relativ einfachen und nichtinvasiven Zugang zu biopsychologischen Mechanismen der Emotionsregulation und folglich zu Kernaspekten therapeutischer Veränderungsprozesse. Dieses Subprojekt könnte somit, im Kontext der weiteren Subprojekte der Forschungsgruppe, einen wesentlichen Beitrag zur Translation von Grundlagenforschung in die therapeutische Praxis leisten.

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